Deshalb nahm er zu Beginn des Jahres kurzerhand Kontakt zu den ehrenamtlichen Mitarbeitenden auf und vereinbarte einen Termin, um selbst einen Tag im Warenkorb mitzuarbeiten.
Am Osterdienstag war es dann so weit: Pünktlich um 11 Uhr trat Bernd Egger seinen Dienst im Warenkorb an. Ausgestattet mit Schürze und Hygienehandschuhen ging es direkt an die Arbeit. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Mitarbeitenden Monika Korte und Abdulmalik Rajabzada unterstützte er zunächst in der Obstabteilung, wo mehrere Kisten Bananen für den Verkauf sortiert und geprüft werden mussten.
v. l.: Abdulmalik Rajabzada, Bernd Egger und Monika Korte in der Obstabteilung des Warenkorbs Caritas
Im Rückblick zeigte sich Egger beeindruckt - sowohl vom herzlichen Miteinander im Team als auch von der täglichen Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen möglichst vielen Menschen zu helfen. "Was mich nachdenklich gemacht hat, ist die Tatsache, dass man den meisten Kundinnen und Kunden ihre Notlage nicht ansieht. Da frage ich mich, wie viel Armut es in unserer Stadt eigentlich gibt, die uns gar nicht bewusst ist", erklärte Egger.
Zugleich fand er deutliche Worte zur gesellschaftlichen Bedeutung solcher Einrichtungen: "Es ist beschämend für unsere Gesellschaft, dass Tafeln notwendig sind - aber der große Zulauf im Warenkorb zeigt, dass es nicht ohne geht. Hier erhalten Menschen in wirtschaftlichen Notlagen eine Unterstützung, die ihnen zumindest eine kleine Entlastung verschafft. Das Engagement der Caritas und der vielen Helferinnen und Helfer ist ein beeindruckendes Beispiel gelebter Solidarität, die unsere Gesellschaft zusammenhält."